Michael beim Kilimandscharo-Halbmarathon – Kanallauf in Rethmar
Ein Kanallauf in Niedersachsen, was soll da schon schwierig sein. Nun ja, die Organisatoren vom MTV Rethmar haben dieses Jahr einen ganz speziellen Halbmarathon organisiert.
Start war auf einem Fußballplatz, also gleich einmal unruhig zu laufende Wiese, dann auf einem Schotterweg entlang des Kanals, flach aber nur kurz bis zu einer Brücke, um auf die andere Seite des Kanals zu kommen. Also gleich einmal steil bergauf und bergab, Kanalbrücken sind nun mal nicht niedrig. Auf Schotter geht es weiter bis auf einen Golfplatz. Jetzt plötzlich feinster, gemähter Rasen. Aber flach? Von wegen! Welcher Golfplatz ist das schon? Stattdessen hügelig und schräges Geläuf. Die ersten Zielzeiterwartungen werden schon einmal relativiert. Nach einigen Schleckern durch den Golfplatz wieder Schotterstraßen, unruhig zu laufende Wiesenabschnitte und nur fußbreit große Wege am Kanal entlang. Und flach ist das auch nicht immer. Dann laufen wir durch ein historisches Schleusenbecken, natürlich wieder mit steilem Anstieg und Abstieg. Bei Kilometer 12/13,nach Passieren einer weiteren Brücke liegt dann irgendwann der Berg (eine Kalihalde) vor uns. Nicht ganz der Kilimandscharo, aber beeindruckend sieht er schon aus – und wir „dürfen“ ihn erklimmen. Sogar eine Bergwertung haben die Organisatoren eingebaut. Mir egal, ich will den Berg nur irgendwie erklimmen und heil unten wieder ankommen. 83 Meter geht es ununterbrochen steil nach oben. Als kleine Aufmunterung haben die Organisatoren einen Bagger aufgestellt, unter dem wir durchlaufen. Oben angekommen, zittern die Beine, aber irgendwie kann ich die tolle Aussicht dann doch etwas genießen. Nach einer Runde über eine holprige Wiese geht es dann alles wieder bergab. Die M65-Knie freuen sich endgültig. Trotzdem gelingt es mir, die noch bergauf Laufenden anzufeuern. Dann wieder Schotterwege, ein paar Auf- und Abstiege an Brücken und immer schwerere Beine. Der Berg hat gute Arbeit geleistet. Endlich der Abzweig zurück auf den Fußballplatz und das Ziel. Der schwerste, kurioseste, aber auch interessante Halbmarathon, den ich je gelaufen bin.
Im Ziel dann Verpflegung, Siegerehrung, Essen und Getränke, Musik und Feiern bis Mitternacht. Da es direkt nach meinem Zieleinlauf einen Stau bei der Bananenausgabe gab, bin ich übrigens spontan eingesprungen und habe mitgeholfen, Bananen und Müsliriegel zu schneiden. Und weil das Team so nett war, bin ich bis zum letzten Lauf als Helfer dageblieben.
Toll, was die Organisatoren des Kanallaufes (eigentlich der Kanalläufe – es gab noch andere Läufe als nur den HM) in diesem kleinen Ort alles mit Liebe und Herzblut organisiert und geschafft haben. Herzlichen Dank den Organisatoren und allen Helfer*innen.
Ergebnis: Mit meinen 2:02:01 bin ich angesichts der schwierigen Strecke sehr zufrieden, und über den M65-Altersklassensieg habe ich mich natürlich auch gefreut.







